Warum ein ITF Future Combined-Event in Ismaning?

Heiko Hampl, Horacio Zeballos (Nadal Bezwinger und Marburg Open Sieger) , Peter Beuth (Hessischer innenminister)
Heiko Hampl, Horacio Zeballos (Nadal Bezwinger und Marburg Open Sieger) , Peter Beuth (Hessischer innenminister)

Heiko Hampl im Interview zu den Ismaning Open

 

Sie sind 1. Vorsitzender des TV Marburg und Turniermanager der Marburg Open. Was hat Sie in den Süden Deutschlands verschlagen?

Ich wollte gerne ein eigenes Weltranglistenturnier veranstalten und zwar in der Halle. Freiluft Turniere sind stark witterungsabhängig und damit nicht so gut planbar wie ein Hallenturnier. Das haben wir bei den Marburg Open auch erlebt. Außerdem braucht man natürlich einen guten Termin und der ist in der Sandplatzsaison praktisch nicht mehr frei. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort mit einer 6-Feld Halle werden sie auf der Deutschlandkarte viele weiße Flecken finden.

 

Welche weiteren Faktoren sprachen für Ismaning?

In der Standortanalyse spielten die folgenden Faktoren eine Rolle: Tennisbegeisterung der Region, starker Landesverband, großer Verein, gute Wirtschaftskraft und Turniererfahrung des möglichen Helferteams. Ich sehe alle Punkte in Ismaning erfüllt. Dass in München wesentlich mehr Spitzensport Veranstaltungen beheimatet sind als zum Beispiel in Marburg, ist die besondere Herausforderung in der Durchführung des Turniers.

 


Was reizt sie eigentlich am Format des ITF Future?

Das Salz in der Suppe sind die Nachwuchsspieler und da sehe ich in Deutschland wieder Licht am Horizont, aber auch viele Talente aus anderen Ländern, die den Arrivierten Kräften in Zukunft ordentlich einheizen können, machen die Future Serie spannend.

 

Leisten sie die Sponsorenakquise mit ihrer Agentur ganz alleine?

Natürlich nicht. Wir haben mit KIM Sportmanagement eine Partneragentur und werden noch weitere Kooperationen schließen.

 

Wie wollen Sie denn Zuschauer auf die Anlage bekommen?

Der Sport steht natürlich immer an Nummer eins. Wir werden aber versuchen möglichst viele Reizpunkte zu setzen, dass auch nicht so tennisaffine Menschen den Weg nach Ismaning finden. Auf jeden Fall sollen die Spieler stark in das Rahmenprogramm eingebunden sein. Ein Doppel oder eine Trainerstunde mit einem Weltklasse Profi ist doch sicher für jeden etwas Besonderes.

 

Wo sehen Sie die Probleme des deutschen Tennissports?

Tennis muss sich öffnen und zeigen, dass man den Vergleich mit neuen Sportarten und Sportangeboten nicht zu scheuen braucht. Diese Offenheit muss man dann auch viel besser als bisher publizieren. Wenn Sie heute einen Fernsehfilm schauen bei dem zwei Menschen Tennis spielen, dann werden diese Menschen weiße Kleidung (wahrscheinlich Polohemd) tragen und aus gutem Hause sein. Dieses angestaubte Image aus den 80-ern ist also stehen geblieben. In ganz vielen Vereinen stellt sich der Sport heute doch ganz anders dar, aber es strahlt nun mal immer von oben nach unten. Daher finde ich es schade zum Beispiel, dass der Tennis-Point Bundesliga so wenig Aufmerksamkeit in den Medien geschenkt wird. Da sind die Verbände gefordert.